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Sonntag, 24. November 2013

Tourismuswirtschaft in Hamburg: Entwicklung und Potenzial



Im Jahr 2012 verzeichnete Hamburg über 10,6 Millionen Übernachtungen.  Im August 2013 sind bereits 8 Millionen erreicht. Ein neues Rekordjahr für die Tourismuswirtschaft in der Hansestadt? Die Diskussion Thema „Tourismus als Standortfaktor für den Mittelstand“ fand mit Rose Pauly, Präsidentin der Dehoga Hamburg, Dr. Thomas-Sönke Kluth, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Bürgerschaftsfraktion und Gerd Drossel, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Hamburg Cruise Center e.V. in der Handelskammer statt.

Die Tourismusbranche boomt in Hamburg. Dennoch bleiben Optionen ungenutzt, die Hamburg weltweit interessanter machen könnten: „Es mangelt an kulturellen Großereignissen wie Ausstellungen, Theatervorstellungen und Konzerten mit Ausstrahlungskraft, die Touristenströme in die Stadt bringen“, so Rose Pauly. „Außerdem wird das Potenzial des Gesundheitstourismus‘ vernachlässigt“. An dem Punkt kritisiert auch Thomas-Sönke Kluth: “Touristische Einrichtungen müssen den demographischen Wandel im Blick haben. Das Durchschnittsalter der Hamburg-Besucher liegt derzeit bei 44, 5 Jahren und wird sich im Jahr 2020 auf 50 Jahre erhöhen. Ein barrierefreier Ausbau der vorhandenen Infrastruktur ist daher von Nöten.“ 

Dr. Kluth sieht außerdem Entwicklungsbedarf in der Erreichbarkeit: „Hamburg verfügt über zu wenig direkte internationale Flugverbindungen. Außerdem müssen die Sprachkenntnisse der Beschäftigten in den touristischen Unternehmen, die touristischen Hinweise im öffentlichen Raum sowie das Marketing stärker auf internationale Besucher ausgerichtet werden.“ Im Punkto Anbindung ist Gerd Drossel bereits aktiv geworden: „Während im Jahr 2000 noch 20 Abfahrten von Kreuzfahrtschiffen registriert wurden, werden in 2013 177 Abfahrten mit rund 575.000 Passagieren erwartet.“ Eine rasante Entwicklung. „Durch Highlights wie „Stars on Sea“ werden neue Zielgruppen erschlossen. Die Kreuzschifffahrt verzeichnet erhebliche Zuwächse. Hierdurch eröffnen sich auch Marktchancen für Hamburg, “ so Drossel. 

Doch weitere Aspekte prägen die Diskussion. Das Thema Kreditkartenakzeptanz wird weit unterschätzt. In vielen Ländern ist die Zahlung per Kreditkarte sogar bei Kleinstbeträgen Gang und Gebe. Deutschland hingegen hält am Zahlungsmittel „EC-Karte“ fest und verkennt die Chancen, von Shopping-Touristen aus Nicht-Euro-Ländern zu profitieren. 

Nicht ausgereift  ist außerdem das Konzept zur Erschließung des Kongressmarktes. Das CCH braucht dringend eine neue Strategie, um erfolgreich internationale Messen für Hamburg zu akquirieren. 

Fazit: Hamburg verzeichnet überaus positive Entwicklungen im Bereich des Tourismus mit steigender Tendenz seit über zehn Jahren. Die Hansestadt verfügt jedoch auch noch über ungenutzte Potenziale, die  in den nächsten Jahren erschlossen werden können und weiteres Wachstum generieren werden.

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